Dienstag, 8. November 2016

Zweifel an Oxytocin und Empathie-Studie

Die Medien lieben Stories über Hormone. "Forscher: Testosteron macht untreu" oder "Studie: Kuschelhormon macht dick" oder was auch immer einem Forscher eingefallen ist. Als News ist es einfach zu verlockend: schnell geschrieben, menschlich relevant, und jeder kann sich beim Lesen was drunter vorstellen. "Ja stimmt, der Fred ist auch so ein Macho, das sind sicher die Hormone." Nur leider verliert Forschung auf dem Weg in die Zeitung gerne etwas wesentliches, nämlich die Nuance der Belastbarkeit. Die aktuelle News "Menschen ohne Kuschelhormon fehlt die Empathie" ist ein erstklassiges Beispiel dafür. Nicht, weil die Forscherin geschlampt hat, oder die Journalisten. Sondern weil erstere und letztere etwas unterschiedliches suchen. Warum also bin ich der Meinung, dass Oxytocin die Empathie nicht begünstigt? Drei Gründe: Größe, Alternativen und Widersprüche.
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Empathie kommt vom Kuscheln


Donnerstag, 3. November 2016

Drei Gedanken zum Männertag

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Apollon; auch kein
unkomplizierter Mann, war
immerhin Patron der
sittlichen Reinheit.
Heute ist Welt-Männertag. Ein Aktionstag für die Männergesundheit. Tatsächlich ist er ein Tag der Missverständnisse - und ich blicke teilweise in die Ecke der selbsterklärten Maskulinisten, teilweise in die gegenüberliegende Ecke der Feministen. Beide haben, meine ich, ein überzeichnetes Bild der Menschen mit einem Y-Chromosom. Männer sind weder Opfer noch Täter. Aber an drei Punkten, meine ich, lohnt es sich nachzudenken über die Rolle der Männer in der Gesellschaft. Wir könnten das zum allgemeinen Vorteil besser regeln.

Freitag, 21. Oktober 2016

Baumhaus vs. Helikopter: eine neue Front im Kulturkampf

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Baumhaus per Helikopter: geht das?
Haben Kinder genug Freiraum zum Spielen und Wachsen, oder sind wir Eltern zu vorsichtig, planen jede Minute freier Zeit für unsere Kinder durch, behüten sie vor jedem noch so kleinen Risiko? Viele Väter und Mütter meiner Generation sind der Meinung, dass unsere unregulierten, aber auch unstrukturierten Kinderjahre besser waren. Wir hatten mehr Zeit, alleine draußen zu spielen. Wir bauten Baumhäuser ohne die Hilfe der Erwachsenen. Die Spielplätze waren etwas weniger gepolstert, Raufereien und Reibereien an der Tagesordnung. Aber wir hatten die Freiheit zu tun was wir wollten - Mit allen Risiken, die das mit sich brachte. Heute entbrennt um diese Freiheit ein kleiner Kulturkampf. Verweichlichen unsere Kinder, oder fördern und betreuen wir sie einfach besser?

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Mutterinstinkte vs. Schmerzmittel

Eltern sind im Kopf anders. Jedenfalls bin ich davon überzeugt dass bei jedem von uns ein kleiner Schalter umgelegt wird, wenn wir Vater oder Mutter werden. Doch die Grundlagen dieser anderen Geistes- und Seelenhaltung sind in jedem Menschen vorhanden. Die Reaktion auf das "Kindchenschema" etwa, also auf große Augen, runde Köpfe und so weiter. Eine neue Untersuchung zeigt nun, dass dieser Instinkt aber durch Opioide gestört werden kann. Dazu zählen Drogen wie Heroin, aber auch verschreibungspflichtige Schmerzmittel. Wir unterdrücken unsere Elterninstinkte, wenn wir Schmerzen chemisch dämpfen. Was vielleicht einiges über das Elterndasein aussagt.
Schmerzmittel blockieren Vater- und Mutterinstinkte