Posts

Es werden Posts vom 2009 angezeigt.

Super-Papa ist vielleicht nicht wahr, aber eine nette Methapher

Es gibt urbane Legenden von Müttern, die zusehen mussten, wie ihr Kind von einem Auto überrollt wird, und dann in einem Anfall von Verzweiflung das betreffende Fahrzeug mit bloßen Händen in die Höhe stemmen, um ihr Kind zu befreien. Diese Fälle sind nicht gut dokumentiert, man nimmt an, dass es sich um Beispiele hysterischer Stärke handeln könnte, vielleicht verwandt mit dem historisch angedeuteten Berserkergang (lustig übrigens: die deutsche Wiki ist beim Thema Berserker ausgesprochen nüchtern, die englische erheblich spekulativer). Diese Berserker waren, ja nach Quelle, Elitekrieger, tobende Wilde oder in Tierfelle gehüllte Kämpfer in nordischen Heeren, die mit großer Kraft und Wildheit in die Schlacht zogen. Vorher, so wird berichtet, bissen sie in ihre Schilde.

Die wagenhebenden Mütter, so muss man annehmen, hatten keinen Schild zum Reinbeißen, dafür aber angesichts ihrer überfahrenen Kinder einen Adrenalinstoß, der ihnen eine kurzfristige übermenschliche Kraftanstrengung erlaubte …

Boys don't cry

Why is it you feel like a dope if you laugh alone, but that's usually how you end up crying?
Chuck Palahniuk (1962 - ), Invisible Monsters, 1999

Ich muss mir langsam Sorgen machen, dass ich meinen Sohnemann für alle Zeiten traumatisiert habe. Mit 2 1/4 Jahren sollte er eigentlich noch keine bleibenden Erinnerungen formen (genaueres dazu hab ich vor einem halben Jahr mal geschrieben, siehe "Warum wir vor dem Alter von 3 Jahren nichts mehr wissen"). Und doch: jedesmal, wenn wir auf den Wechsel der Jahreszeiten zu sprechen kamen ("Jetzt ist Herbst. Dann kommt Winter...") reagierte er mit der gleichen Wiedergabe eines klitzekleinen Missgeschickes aus dem letzten Januar.
Jaa-haa, ich hätte besser aufpassen können. Wir waren mit dem Schlitten zur KiTa unterwegs, sind über einen Schneehügel, und dabei ist der Schlitten umgekippt, mein Schatz ist runtergefallen und mit dem Gesicht in einem gefrorenen Hundehaufen gelandet. Er hat geheult wie am Spieß und wollte wochenlang…

Mama? Mamamamama!

Ist denn heute schon Freitag? Oh, stimmt. Was zum Amüsieren: die Gegenüberstellung des Muppet-Videos der "Bohemian Rhaopsody" mit dem Original. Es ist unfassbar, wieviele von den markanten optischen Motiven die Muppet-Macher hier aufgegriffen haben. Ich sage nur "Spalier der Pinguine" oder "I see a little Shillouetto of a Clam". Für Freddies eigenwilliges Gesicht und die abartige 70er-Jahre Mode gab es allerdings keinen Gag, der diesen skurrilen Anblick hätte toppen können.

Mir als Papa ist jetzt klar geworden, dass Animal ein 2-Jähriger kleiner Junge ist. Wen von euch erinnert "Mama? Mamamamama!" nicht an den eigenen Nachwuchs? Meinem Brainbug hat dann auch die Stelle am besten gefallen - gleich dreimal mussten wir sie uns anschauen.

So, jetzt ohne weitere Vorrede: die Muppets-Version


Und hier das Original


P.S. Ich habe einen neuen Rock-Gott gefunden. Janice von Electric Mayhem hat's echt drauf. Und ein Zäpfchen, ist euch das schon mal aufgefal…

Und Eltern können fliegen, auch

Kein Wunder, dass manche Mamis ein bisschen Gaga werden (und Papas auch, aber im allgemeinen nehmen die ihre Rolle ein wenig gelassener). Was wir nicht alles können sollen. Jüngstes Beispiel? Psychology Today schreibt über "Authentic Parenting", und wie die Eltern heute
a) so viel besser sind als die Eltern gestern
b) unsere ehrlich ausgedrückten Gefühle eine wichtige Lernerfahrung für unsere Kinder sind.

Schön und gut. Punkt b) mag ja theoretsich stimmen. Aber habt ihr schon mal ausprobiert, was passiert, wenn Punkt b) im Echtwelt-Einsatz auf die Probe gestellt wird? Genau. Die kleinen Süßen, die eh schon den Schlüssel zu unserem Herzen haben, verbessern ihre Fähigkeiten der Manipulation schmalos mit dem neu gewonnen Wissen. ("Mama will Schokolade. Bitte! Liebe Mama!")
Dagegen liest sich das Beispiel aus dem Artikel der Psychology Today wie ein Bericht aus einer andern Welt:

"...ein berühmter Wissenschaftler schrieb seinen Erfolg im Leben jüngst dem Erziehungsstil…

Ein ganzer Kerl dank Phthalaten

Manchmal schmeißt das Internet die lustigsten Meldungen zusammen auf eine News-Seite. Zum Beispiel diese: Elizabeth Lambert, die US-amerikanische Fußballspielerin, deren unsportliches Haareziehen ihr unliebsamen Youtube-Ruhm einbrachte, geht jetzt zur psychologischen Beratung (so die new York Times). Wegen Haarziehens! Ich glaube der Fußball ist noch nicht so ganz in der Welt der Frauen angekommen...


Aber das kann sich ändern. Einer beunruhigenden Studie zufolge spielen kleine Jungs nicht mehr so oft "Jungensspiele" wie Bagger, Auto oder Raufen, wenn ihre Mütter in der Schwangerschaft Belastung durch Phthalate ausgesetzt waren - etwa in Nagellacken oder aus Kunststoffverpackungen. Was bedeutet das? Pinke Fingernägel führen zu pinken Tütüs am Junior? (Kein Scherz übrigens: die reuige Elizabeth Lambert posiert für die New York Times mit einem auffallend rosa Schal - sicher kein Zufall).

In einem Fußballmatch unter Männern wäre eine Unsportlichkeit wie die Lamberts und ihrer Gege…

Schlafe, mein Kätzchen, schlaf ein (The Ramones)

Heute einfach mal drei sehenwerte Videos, locker verbunden durch eine klitzekleine aber wahre Anekdote.
06 Uhr 40. Alles schläft. Alles? Nein, ein kleines unbeugsames Kind ist wach, und ihm ist langweilig. "Pa-Paaaaaa!". Ich tauche aus dem tiefsten Koma auf, dass Eltern kennen (die Morgendämmerung am Freitag nach einer Vollzeit-Arbeitswoche) und sag hallo, mach ihm seine Milch und erkläre ihm, dass wir jetzt noch ein bisschen schlafen. Bis der Wecker klingelt. Nach einer Weile des Diskutierens ("Nein!" - "Doch, schau mal, es ist noch dunkel" - "Gar nicht!"....) legen wir uns um 06 Uhr 50 Arm in Arm auf die Matratze.
06 Uhr 51 "Wecker bald klingelt?" - "Nein. Schlaf doch."
06 Uhr 52 Mein Schrat versucht mir mit dem Finger die Augenlieder aufzuhebeln. Ich sag ihm er soll das lassen.
06 Uhr 53 Jetzt steckt er mit den Finger ins Ohr und versucht mich zu überzeugen. "Wecker klingelt". Nice try, bub.
06 Uhr 58 Er hat mich schl…

Laternenwichtel

Bild
Nur vorweg: so hat ein gescheites St. Martin auszusehen.

Kindergeburtstag, St.-Martins-Zug, Elternbeiratsvorsitz. Worte, die selbst hartgesottene Eltern erschauern lassen.
Den 11.11. haben wir ja nun überstanden, ich habe auf dem Heimweg keinen einzigen kleinen Zwerg mit Laterne überfahren (und dabei haben die es echt drauf angelegt), und meinem eigenen Umzug - morgen, arbeitnehmerfreundlich am Freitag - blicke ich mit Gelassenheit entgegen. Schlimmer als die Sache mit dem Laternenstöckchen kann es gar nicht mehr werden.

Warum ich das sage? Um das zu erklären muss ich ein Jahr in die Vergangenheit gehen.
"Papa", sagt die Frau Mama "geh und kauf einen Laternenstock. Ohne Musik."
"Musik?" fragt Papa.
"Ohne Musik! Du hörst mir nie zu!"
"Ich wusste nicht, dass die mit Musik sein können."
"Weil Du dich nie für was interessierst!", usw usf. Papa kommt nicht dazu einen Stock zu kaufen, weil ihm Oma noch am nächsten Morgen zuvorkommt. Papa i…

Die Kette von "Warum"

Bild
Gestern, im Alter von 26 Monaten und 2 Tagen, hat mein kleiner Schrat zum ersten Mal diesen Klassiker der Kinder-Eltern-Kommunikation gebracht: die Warum-Kette.
Die (endlose) Reihung von Warum-Fragen auf jede Antwort des Elternteils ist so berühmt und weitverbreitet, dass ich nicht viel dazu sagen muss. Ich hatte sie erwartet, seit Brainbug zum ersten mal ein "Warum" formulierte (vor gut 3 Monaten übrigens).

Ich bin dann auch prompt vor Lachen auf den Rücken gefallen - und konnte mir auch später das Schmunzeln nicht verkneifen, als mir klar wurde, dass das große WARUM vielleicht nicht zufällig an diesem Tag gekommen ist. Es war nämlich (Grippesaison lässt grüßen) auch der Tag, an dem mein Sohn zum ersten Mal bewusst krank war - so richtig mit Fieber, tränenden Augen, hektischen Eltern und einem sehr eindrucksvollen Schwall erbrochener Milch auf die Lieblingsstofftierkatze.

see more Lolcats and funny pictures

Solcherart in das Jammertal der Welt gestürzt und mit der Unausweichlic…

Munition im Kampf um die Brust

Bild
Mein Sohn genießt sein Milch-und-Wasser-Fläschchen, abends und morgens. Ich fürchte mich schon heute vor dem Drama, wenn wir ihm das mal abgewöhnen wollen. Aber mit zwei Jahren wird es langsam Zeit, vor allem wenn man sich neue Forschungsergebnisse aus Chile vor Augen führt.

Ein Team unter Clarita Barbosa von der Corporacion de Rehabilitacion Club De Leones Cruz Del Sur hat herausgefunden, dass Fläschchen, oder vielmehr das damit verbundene Saugen, Sprachstörungen fördert. Barbosa (und mal ehrlich, denkt da jemand von euch nicht an einen Piraten? Die "Leones Cruz Del Sur" klingt doch als wäre es ein kanonenbestückter Dreimaster vor Port Royal.) spricht aus, was wieder einmal ein Argument ist für das natürliche Stillen und gegen Mütter, die stattdessen Fläschchen geben. Nicht nur ein Argument, denn in der idelogisch gefärbten Debatte um das Stillen gibt es mittlerweile nur noch Munition, nicht Argumentation (siehe auch das SZ-Magazin zu diesem Thema).

"Diese Ergbenisse leg…

Dumme Werbung kommt vom Saufen

Bild
"Die perfideste Art einer Sache zu schaden ist, sie absichtlich mit fehlerhaften Gründen verteidigen." - Nietzsche
...oder mit gut gemeinten aber dummen Werbekampagnen zu unterstützen. Alkohol für Kinder und Jugendliche ist eine schwierige Sache, die niemand leichtfertig abtun sollte. Einerseits ist es erschreckend, wenn sich ein Teen den ersten (oder zweiten oder dritten) Vollrausch holt, und dann komatös in der Ecke liegt. Andererseits ist es auch völlig normal, und es würden nur wenige Erwachsene ehrlich behaupten können, sich selber als Jugendlicher so die Kante geben zu haben - einmal, zweimal oder dreimal. Das gehört zum Erwachsenwerden dazu, genau so wie der erste Pickel.
In dieses Dilemma - bis wann schützt man das Kind vor dem Alkohol, wann erlaubt man die Auseinandersetzung damit - schlagen Anzeigen von besorgten Vereinen, Verbänden oder Ministerien ein wie einde Runde B52. "Bist Du stärker als der Alkohol" ist ja geradezu eine Aufforderung, es mal auszupro…

Sesamstraße am Arsch und mit einem Bein im Knast. Kinder heute.

Bild
Kleine Kinder haben es nicht leicht. Zwei aktuelle Texte belegen das einmal mehr.

Im ersten wird eine Studie wiedergegeben, die nahelegt, dass täglicher Süßeigkeitenkonsum bei Kindern die Chancen erhöht, dass diese später wegen gewalttätigem Verhalten auffällig werden oder gar im Knast landen. Über den Grund kann nur spekuliert werden.
Einige Fragen wirft das allerdings auf. Erstens: wer erforscht so was? Woher kriegt er seine Fördermittel (sicher mal nicht von Suchard, darf man annehmen). Wie muss man sich einen Forscher vorstellen, der seit 1970 der schädlichen Wirkung von Süßeigkeiten auf der Spur ist?
Ahhh, ja. Süßigkeiten, Dünger für "Die Blumen des Bösen".
Die andere wichtige Frage ist, ob wir als süßigkeitenverabreichende Eltern uns strafbar machen, wegen Anstiftung zur Straftat etwa. Muss ich mit einer Klage rechnen, wenn die Nachbarskinder wieder durch unseren Garten toben und ich der Rasselbande Gummibärchen anbiete?
Ich will nicht darüber nachdenken.
Zum Glück bietet ei…

Das Schwert ist schlauer als der Legostein

Bild
Wie ich schon mal erzählt habe, ziehe ich mir manchmal selbstgenähte Sachen an, greife mir ein Schaumstoffschwert und renne ein Wochenende durch den Wald, um Prinzesinnen zu befreien und Drachen zu erschlagen. Das nennt man Rollenspiel oder LARP.

Dieses alberne, eskapistische Hobby hat nun in den USA einen pädagogischen Ritterschlag erhalten. Rollenspiele, so die aktuelle Forschungsmeinung, sind ein besseres Training für Vorschulkinder, als etwa Schreib- oder Leseübungen. Mathe und Lego verlieren gegen Vater-Mutter-Kind.

Der Hintergrund dieser Theorie, die auch schon an ausgewählten Kindertagesstätten in die Praxis umgesetzt wird, ist die Einsicht (basierend auf den Lehren Lew Wygotskis), dass es für die kindliche Entwicklung etwas viel Wichtigeres gibt als Wissen, Intelligenz und soziale Kompetenz (im Sinne vom Befolgen von Regeln und Normen): die Selbstkontrolle.

Das sollte jedem Leser dieses Textes auch völlig klar sein. Hätten Sie nicht was anderes zu tun? Hatten Sie sich nicht vorge…

Schlägereien wenn Papa nicht guckt

Bild
Heute Morgen ist mein Zweijähriger mit einem Veilchen aufgewacht, als hätte ihm das Sandmännchen eins übergezogen.Nun ist es ja nichts ungewöhnliches, dass mein Sohn sich gegen das Einschlafen wehrt - aber dass das in Handgreiflichkeiten ausartet, war mir nicht klar. Jetzt wissen wir, warum die Märchenfigur ihren Sand in einem handlichen Beutel mit sich führt, statt, sagen wir, in einem Streuer: ersterer eignet sich besser zum Zuschlagen bei renitenten Klienten wie meinem Sohn.

Ob der Sandmann weiß, dass Prügel für Kinder als schädlich gelten? Ich freue mich ja, wenn ich abends meine Ruhe habe, aber wenn der Preis dafür ist, dass irgend so eine Sagengestalt die Entwicklung meines Kindes beeinträchtigt, dann geht da zu weit. Ich glaube ich muss einschreiten.

Wahrscheinlich werde ich handgreiflich, und vielleicht fließt Blut. Der wahre Übeltäter für die Blessur meines Kindes war nämlich eine Mücke, die ihn auf das Augenlid gestochen hat. Halali!

Liebe ich mein Kind zu sehr?

Bild
Noch Fragen? Ich bin fest überzeugt, es geht nicht nur Mamas so wie auf dem Cartoon ("Baby Blues" ist meiner Meinung nach unschlagbar). Aber Väter, die erst seit ein paar Jahren so richtig in die Rolle hineinwachsen, haben einen Rückstand, wenn es um das Thema geht. Frauen haben "Wenn Frauen zu sehr lieben" und hundert andere Bücher zu dem Thema. Männer haben... Hmm. "Ein Mann ein Buch" ist nicht zufällig leer von Themen wie "Kinder" oder "Liebe".

Selber denken ist eh besser. Also wo ist die Grenze, an der das "Zuviel" der Liebe zu den eigenen Kindern beginnt? Gibt es überhaupt eine? Im Wesentlichen fallen mir zwei Gründe ein, warum doch: einerseits kann man seinen Sproß als emotionale Krücke missbrauchen, um sich selber zu stützen, uns eine Zeitlang geht das wohl auch gut. Aber man tut dem Kind damit Unrecht. Spürt es, wie sehr der Erwachsene auf es angewiesen ist? Fühlt es sich verpflichtet, dafür herzuhalten, und seine eige…

Warum die Hoffnung der Zeitungen noch auf sich warten lässt. (Tipp: es geht um T**ten)

Heute schweife ich thematisch ab. Der einzige Zusammenhang dieses Textes mit meinem Zweijährigen liegt in der Frage "Wie wird er mal seine Zeitung lesen"?. Heut schaut er mit großer Neugier der Mama über die Schulter (OK, naja, nein. Er sitzt auf ihrem Schoß) und lässt sich erklären wer wer ist. "Die Angela" und "Der Obama" und so. Ab und zu ist er auch mal selbst drin, was eine der Nebenwirkungen ist, wenn man Eltern hat die schreiben.

Doch Ach und Weh, die Zeitungen sterben. Alle wissen es, siehe hier und hier oder hier. Die Verantwortlichen machen gerade mehrere der "5 Phasen des Sterbens" gleichzeitig durch. Verleugnung, Verhandeln, Zornen... Keiner kennt ein ideales Gegenmittel, Journalisten werden Abteilungsweise gefeuert, der Umfang der gedruckten Blätter sinkt schneller als die Auflage, die "Generation Praktikum" ist inzwischen in der absoluten Mehrheit (selber schuld) in den Medien.

Alles aus also für die Zeitung? Ich denke nich…

Testosteron Teil 2: Geld, Risiko und Schmerzen

Bild
Liegt es an der Wirtschaftskrise? An den aktuellen Wahlergebnissen? Am Bundesliga-Start? Jedenfalls ist das Thema Testosteron zur Zeit häufig in den Medien zu finden.
Die Süddeutsche Zeitung berichtet heute, zweifellos noch in Gedenken an den Bankencrash, von einer Studie, welche darauf hinweist, dass Männer zwar risikofreudigere Anleger in Börsengeschäften sind, dass dies aber wahrscheinlich nicht primär daran liegt, dass sie im Stehen pinkeln, sondern vermutlich eher am großen T: Frauen, in deren Speichel das Hormon ebenfalls in höherer Konzentration nachgewiesen werden konnte, neigten zu ähnlich riskanten Strategien - im Gegensatz zu ihren weniger hormonell vorbelasteten Geschlechtsgenossinnen.
Ein Caveat hierzu: bei den Probanden handelte es sich sämtlich um Management-Studenten, was vermutlich ein sehr eigener Menschenschlag ist. Vielleicht sind die weiblichen Studenten ebenso unterschiedlich von der Gesamtpopulation wie es die berüchtigten Ostblock-Kugelstoßerinnen waren. Testoste…

Väter, Hormone, Rote Autos und die Mehrweiberei

Bild
Heute will ich einen Blick auf ein Hormon werfen, dass stellvertretend für "typisch männliches" Verhalten steht. Es wird assoziiert mit Selbstüberschätzung, Aggression, sexualler Umtriebigkeit und der Midlife-Crisis: das Teststeron. Weiß jemand, ob der berühmte Ferrari Testarossa rein zufällig so heißt? "Roter Kopf" - hmmm, wofür könnte das eine Methpaher sein?
Die Struktur des männlichen Sexualhormons Testarossaron

Der Anlass für diese Überlegungen ist eine Meldung über eine aktuelle Studie. In dieser wird (anhand von polygamen Gesellschaften im subäquatorialen Afrika) belegt, dass Testosteron schädlich für die Familie ist - ein weiterer Fall von Wissenschaft im Zeichen des "DUH!"
Männer mit einem hohem Spiegel des Hormons widmeten ihrer Frau und ihren Kindern weniger Zeit, vebringen ihre Zeit also vermutlich damit, anderen Frauen hinterherzusteigen. Andererseits ist auch bekannt, dass verheiratete Männer und noch mehr Väter einen Rückgang des Testosterons …

Wissenschaft kann so grausam sein

Bild
Manchmal müssen Wissenschaftler ziemlich grausame Dinge tun. Ich kenne eine Biologin, die für eine Studie vier Wochen lang ein Dutzend Sittiche füttern musste, die danach alle unters Messer kamen, um ihre Hirnentwicklung zu vergleichen. Ein anderer Biologe hatte lange Zeit nichts anderes zu tun als Insekten zu fangen, zu zählen und ihre Kadaver zu entsorgen. In meiner Zeit als Medienforscher musste ich mir persönlich und meinen Testpersonen Steffelweise Daily Soap-Folgen antun. Auch nicht sehr schön.

Aber ein Dr. Kochanska et al. von der University of Iowa waren schon besonders fies: sie gaben ihren Testpersonen, kleinen Kindern in diesem Fall, ein Spielzeug in die Hand, und betonten, wie wichtig und wertvoll es ihnen sei. Doch die falschen Forscher hatten das Stück vorher so präpariert, dass es in der Hand des Kindes in kürzester Zeit spektakulär zerbrechen musste. Die Wissenschaftler setzten sich also daneben, sahen zu wie der kleine Krabbler das vermeintlich kostbare Stück in Trümm…

Papas Rechte

Bild
Nein, das ist kein Text über das neue Unterhaltsrecht. Ich hoffe sehr, dass mich das nie betreffen wird, genau so wie nur ein Bruchteil aller Väter jemals damit zu tun bekommt - und dass unter den unschönen Umständen einer Scheidung, Trennung, der Belastung für die Kinder...

Hier geht es um ein Leiden, dass fast alle jungen Väter betrifft. Mir ist klar geworden, dass ich nicht alleine damit bin, als ich ein seltenes Väterfrühstück mit meinen Kumpels genießen durfte (in der Ferienzeit kommt die ganze weltenbummelnde Bagage wieder nach Hause wie ein Schwarm Zugvögel). Während wir uns über Gott-weiß-was unterhalten haben (Motorräder? Fußball? Bier?) massierte ich mir geistesabwesend das rechte Handgelenk und klagte schließlich, dass ich dort seit Brainbugs Geburt immer mal wieder Schmerzen hatte - worauf jeder einzelne von meinen Freunden wissend nickte.

Autsch! Außerirdische, wir kommen in Frieden, haben keine Kleider aber dafür auch keinen Bierbauch.

Wie sich herausstellte, hatte jeder de…

Steck's dir in die Nase, sagt der TÜV

Bild
Unser Kind ist eine Rotznase. Seine Patentante ist gebürtige Ungarin.
Das hat ursächlich nichts miteinander zu tun. Aber es dazu gefüht, dass wir in den Besitz eines Apperates gekommen sind, der uns kopfkratzend darüber grübeln ließ, was das Ding jetzt soll. Die Japaner haben den Ruf, Weltmeister im Erfinden komischer Maschinen zu sein. Die Ungarn machen ihnen diesen Rang jetzt streitig.

Die Patentante ist eine sehr nette junge Mutter, und weil sie unseren Kleinen oft sieht, hat sie seine ständig laufende Nase sicher bemerkt. In Ungarn, so hat sie uns erzählt, ist für solche Fälle der Arianna Nasensauger Gang und Gäbe. Alle benutzen ihn. Er ist offenbar ein echter Segen.

Mir wurde ein bisschen anders, als sie erklärte, wie das Ding funktionier. Man schließt einen Schlach an den Staubsauger an, und das andere Ende kommt dann in die Nase. Das zieht den Schleim aus Atemwegen, Nebenhöhlen, Stirnhöhlen... vermutlich zieht es so ziemlich alles aus dem Kopf vorne raus. Man kann sich das Produkt…

Rettet unser neuer Kaffeautomat die Ehe?

Bild
Fast jede zweite Ehe wird geschieden. Ich bin schon mal unsere Straße entlang gegangen und hab die Häuser abgezählt:

Hausnummer 3 - geschieden.Hausnummer 5 - Ehe hält seit Jahrzehnten .Hausnummer sieben sind wir. Au wei.Hausnummer 9 - sieht gut aus....

So blödsinnig dieses Statistikverständnis ist, so zutreffend schien es zu sein - bis vor kurzem. Wir hatten ernsthafte Probleme, die Krise nach dem Kind ging nahtlos über in einen zunehmenden Kleinkrieg. So alltäglich, so tragisch. Und so vorbei.

Vor einem Monat hat meine Frau einen Espressautomaten bekommen. Sie (meine Frau, nicht der Apperat) war schon lange Fan von Macchiatos, mit Karamel- oder Mandelsirup. Wir hatten aber nur so eine komische Maschine, in die man kleine braune Kissen einlegte die aussahen wie benutze Kosmetikpads, und aus der dann (so hab ich es mir sagen lassen) mittelmäßiger normaler Kaffee kam. Ich trinke selber Tee.

Die neue Maschine (der iPod unter den Automaten) hat zwar ihre Schwächen (teuer, monopolistisch, aufw…

Süße Videos

Heute ist Freitag, und ich habe Lust auf einfach mal ein bisschen nette Videos schauen. Darf ich euch diese beiden empfehlen, auch wenn sie nicht mehr ganz unbekannt sind und auch nicht mehr ganz neu?

Zuerst zwei Brüder in einer Situation, die man nicht stellen kann. Zähne sind doch eine schöne Sache (und trotzdem überlege ich mir, wie ich meinem Sohn das gelegentliche Beißen abgewöhnen kann).


Und als zweites ein bisschen leichter Jazz mit der bezaubernden Nora Jones, hier in unglaublich dröger Klamotte weil sie in der Sesamstraße ist, und da geht natürlich nichts attraktives. Sie sieht aus wie jedermanns Mama, wenn man genau hinschaut. Dass sie aus ihrem Lied "Don't know why" hier eine lerne-das-Alphabet-kennen-Version "Don't know Y" gemacht hat, ist natürlich ein Geniestreich.


Schönes Wochenende!

Sperrt schon mal eure Töchter weg!

Bild
Jetzt gehts los. Ich habe ja immer geglaubt, dass Sigmund Freud eine Menge Quatsch erzählt. Vieles von dem was er gesagt hat wird mittlerweile angezweifelt. Es ist trotzdem in das populäre Gewissen eingegangen ist. So etwa auch die Sache mit der Frühkindlichen Sexualität, dem Ödipus-Komplex, Penisneid und so fort. Bei Freud scheint sich alles nur um das Eine zu drehen, was vielleicht daran lag, dass er in einer Zeit gelebt hat, in der dieses "Eine" tabuisiert war.

Hab ich zumindest gedacht. Ich war der Meinung kleine Kinder sind echt unschuldig und rein. Und dann hab ich einen Sohn gekriegt.

Mein kleiner Brainbug hat vorgestern eine wichtige Schwelle vom Baby zum Teenager überschritten (mit 22 Monaten wohlgemerkt): er hat zum ersten Mal einen anderen Jungen gedisst. Die beiden- mein Brainbug und sein Freund Max - saßen wohl auf dem Wickeltisch, nackt wie die Mütter sie gerade ausgezogen hatten, und nach einem kritischen Blick auf die Situation meinte mein Sohn auf einmal:

"…

Zunehmend Papa.

Bild
„Iss auf, damit Du groß und stark wirst“ – ich bin mir nicht sicher, ob das heute noch wer zu seinen Kindern sagt. Viel passender wäre eigentlich „Iss auf, sonst wird Papa so fett.“
Dass Kinder nicht aufessen, ist universell bekannt. Dass es den Eltern meist schwerfällt, die Reste (und oft sind die Reste der Großteil des leckeren Essens) einfach wegzuwerfen, und sie stattdessen aufessen, ist auch ein häufiges Phänomen. Das führt irgendwann zu Schwierigkeiten. „Man muss sich verbieten, den Teller vom Kind leer zu essen. Das macht keinen der Beteiligten glücklich.“ hat mein Bruder das mal ausgedrückt. Als Vater von drei Jungs weiß der Mann, wovon er spricht.
Auch andere Eltern erkennen hier ein Problem. Die zusätzlichen Kalorien in den oft gehaltvollen Kinderportionen schlagen irgendwann auf die schlanke Linie. Eltern nehmen zu, auch die Väter (siehe die Umfrage auf dieser Seite).
Für Frauen ist das Abnehmen hinterher inzwischen fast ein fester Teil der Schwangerschaft geworden, der auf vi…

Umfrage: Euer Gewicht seit Ihr Vater seid

Hallo Ihr alle,

heute möchte ich Euch zu euren Erfahrungen befragen, seit Ihr Vater seid (sagen wir ab Beginn der Schwangerschaft). Wie hat sich euer Gewicht seitdem verändert? Habt ihr zugenommen, abgenommen, weder noch... Außerdem sind auch alle anderen Erfahrungen interessant, die ihr dazu gemacht habt. Habt ihr heute mehr Muskeln oder mehr Fett als Früher? Woran liegen etwaige Veränderungen eurer Meinung nach?

Die Teilnahme ist anonym und wird nur zusammengefasst wiedergegeben - außer ihr wünscht es anders.



Danke schön
rocktpapa

Hilfe! Mein Kind hat Superkräfte

Bild
Eine Anleitung für besorgte Eltern
von Samuel Arbesman The Boston Globe, Übersetzung (leicht gekürzt) rocktpapa
12. Juni 2009

FRAGE: Was ist der Grund dafür, wenn ein Kind Superkräfte hat?

ANWORT: Das ist nicht genau bekannt, aber es gibt Theorien. So hat Superkraft wahrscheinlich eine genetische Komponente. Verfügen Sie oder Ihr Partner über eine übermenschliche Eigenschaft? Wenn ja, dann könnte Ihr Kleinkind durchaus in der Lage sein, Stahl allein durch Gedankenkraft zu verbiegen. Ist Ihr Kind selbstsicher und hat ein kräftiges Kinn? Dann wird es vielleicht eines Tages in der Lage sein, Busse zu stemmen. Die ersten Anzeichen besonderer Kräfte kommen für gewöhnlich vor dem neunten Lebensjahr und an den Nächten von Schultagen, wie Beobachtungen zeigen.

In Bezug auf die „traumatischen Erlebnisse“, von denen so oft im Zusammenhang mit dem Ursprung von Superhelden die Rede ist? Ich kann es nicht genug betonen: es ist absolut nicht notwendig seelische Qualen erlitten zu haben, oder dem Tod ein…

Wieso das spickmich-Urteil mich kalt lässt.

Bild
Der BGH hat heute entschieden, dass spickmich.de (die Site ist gerade überlaufen) im Netz bleiben darf. Das Webportal ermöglicht Schülern den Austausch von Bewertungen u.A. über Lehrer.

Das BGH hat damit meiner Meinung nach auch eingesehen, dass ein Verbot der Seite genauso lächerlich gewesen wäre wie die Internetsperren der Zensursula - nur dass hier nicht einmal technische Mittel eingesetzt werden müssen, um die Sperre zu umgehen. Schüler sind längst in Netzwerken zusammengeschlossen, die Diskussion über Schulen, Kurse, Lehrer usw. ermöglichen. Wäre spickmich.de als Umschlagplatz von Meinungen ausgefallen, wären die Schüler eben auf andere Netzwerke umgezogen - zur Not im Ausland.

Damit wären sie dann am digitalen Nebentisch unserer Kinderkrippe, für die eine technisch Interessierte Mutter ein eigenes Internetforum eingerichtet hat - zusätzlich zu den Elternabenden (mit Kita-Team), den Elternstammtischen (ohne Kita-Team), dem morgenlichen Tratsch vor der Krippentür und den anderen Gel…

"Niemand, der von einem Weibe geboren ward"

Bild
Morgen werde ich zum dritten Mal Onkel. Da besteht so gut wie kein Zweifel. Ich bin mir sicher, dass irgendwo ein Arzt, eine Hebamme oder ein Anästhesist den Geburtstag schon jetzt in ihrem Terminkalender stehen haben.
So was geht natürlich nur mit einem Kaiserschnitt. Es handelt sich in diesem Fall nicht um einen Wunschkaiserschnitt, und darüber bin ich froh. Nicht, weil ich meiner Schwägerin da ins Handwerk pfuschen will ("Handwerk"? Mit den Händen macht dabei sie eigentlich nicht viel). Vielmehr habe ich keine Lust, mich in die Debatte um die Zulässigkeit von Wunschkaiserschnitten einzumischen. Man muss sich das mal vor Augen führen: angeblich wurde der geplante Kaiserschnitt eines englischen Popstars von öffentlichen Protesten begleitet. Als ob so was auf der Straße entschieden würde (außer vielleicht im Stau, wenn die werdende Mutter nicht mehr rechtzeitig ins Krankenhaus kommt, und das Kind im Rücksitz eines Taxis zur Welt bringt).
Nein, da will ich mich nicht einmischen…

Zwischen Traum und Wachen

Bild
"Ab 29 geht es körperlich bergab. Man kann nicht mehr so viel. Auch geistig." So klagte ein Krippenpapa heute in der S-Bahn, wo wir uns zufällig auf dem Weg zur Arbeit getroffen haben. Ich bon mir nicht sicher, ob er recht hat. Ich glaube im Gegenteil: wir (junge) Eltern sind durch die zusätzliche Belastung noch fitter und belastbarer, als wir es mit (sagen wir) Mitte Zwanzig waren.

Woran ich das festmache? Aktuell an einer interessanten Frühmorgenserfahrung, die ich an diesem Wochenende hatte.

Mein Hobby ist es, einige Wochenenden im Jahr in einem Zelt auf einer Wiese zu sitzen und Untote Zombis mit Schaumstoffschwertern zu verhauen. Das nennt sich Larp. Diese Wochenenden werden von Enthusiasten organisiert, welche die Planung und Koordination inne haben. Ganz wie in alten Schullandheimzeiten legen diese ad-hoc-Authoritäten bisweilen Wert auf ein gemeinsames, frühes Aufstehen aller Teilnehmer (oft mehrere Tausend, meist nur rund 100). Dazu hat es sich eingebürgert, zu ganz un…