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Es werden Posts vom Mai, 2009 angezeigt.

Wenn Du bist was Du isst, was ist dann dein Kind?

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Oh, es geht auf Mittag zu. Vielleicht ist das der Grund für dieses Thema: was füttern wir unseren Kindern. (Vielleicht ist der Grund auch ein Streit, den meine Frau und ich gestern hatten. Nach drei Stunden Rumschrauben an dem Gasgrill, den sie sich gewünscht hat, war ich hungrig, und wollte ihr von meinem Essen auf ihre Bitte hin nichts abgeben. Das kam nicht gut an. Dabei weiß ich doch, wie das mit der weiblichen "Nein Schatz, ich will nichts esse, wirklich/lässt Du mich mal beißen"-Psychologie funktioniert. Und ich weiß auch, dass Männer Futterneid stärker empfinden als Frauen.)

Jetzt wollte ich dazu schon fast statt dem Wikipedia-Link diesen hier setzen, hab mich aber noch zurückhalten können. "Beziehung statt Erziehung" - passt eigentlich viel besser :)

Dabei ist der Futterneid einer der unsterblichen Tricks, wenn ich meinen Sohn dazu bringen will, etwas zu essen. Klappt nicht immer (blöde Gurken bleiben eben blöd), aber die Tatsache, dass Papa ihm was klauen un…

Brot verdienen, Brot backen

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Eine Offenbarung vorweg: meine Frau verdient mehr Geld als ich, mit etwas weniger Wochenstunden aber exotischeren Arbeitszeiten. Das bedeutet, dass ich fast genau so oft unseren Kleinen einen Nachmittag, Abend oder ein Wochenende lang betreuen darf (siehe dazu auch die SZ von heute über die Vereinbarkeit von Job und Karriere). Wir arbeiten beide Vollzeit, so dass die Krippe und die Großeltern mehr Zeit mit ihm verbringen dürfen als wir.

Nun geht ja die Krise durchs Land, und jeder von uns hat sich sicherlich schon Gedanken darüber gemacht, was ihm alles schlimmes drohen könnte. Ich natürlich auch. Was, wenn ich auf einmal Vollzeit-Vater bin, bis sich eine neue Stelle für mich findet? Tatsächlich werden ja mehr Männer als Frauen arbeitslos. In den USA drängen deshalb die Herren der Schöpfung in klassische Frauenberufe (Rosie the Riveter mal andersherum). Als auch an den Herd, und die männliche Eitelkeit und Selbstironie hat prompt zu Merchandising-Produkten geführt. Sehr nett finde ich …

Donner: wenn die Götter streiten

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Gestern ist eine Gewitterfront mit Hagel, Sturm, Blitz und Donner über Deutschland hinweggegangen. Es war sehr beeindruckend. Mich hat sie auf offenem Feld überrascht, ich musste mich hinter einer Haselnusshecke verstecken, weil die kleinen Eisgeschosse doch ganz schon gebrannt haben, wenn sie meinen Regenumhang trafen (ja, daran hatte ich gedacht. Ich glaub ich werd erwachsen.)
Leider war ich nicht zuhause, wo mein kleiner Brainbug sein erstes Unwetter erlebte. Er hat sich, so erzählt seine Mutter, arg gefürchtet, geweint, und erst als sie ihm ausführlich erzählt hat, dass der Donner "da oben" "weit weg" ist und so was halt mal vorkommen kann, hat er sich beruhigt. Als ich eine halbe Stunde später triefend nass nach Hause kam, konnte ich ihn schon wieder zum lachen bringen über das ferne Grollen.
Weil der Tag aber mit einem Donnerwetter ganz anderer Art angefangen hat, gab mir das ganze doch zu denken. Wenn Kindischatz vor einem meterologischen Unwetter Angst hat, m…

Hochbegabt? Ganz normal.

Unser Sohn ist hochbegabt. Doch, wirklich, ich bin mir ganz sicher. Keine 2 Jahre alt und schon ganze Hauptsätze, dass ist doch weit oberhalb der Kurve, nicht? Abstrakte Überlegungen, Besitzdefinitionen, das steht erst viel später an.
Gut, er hat noch keinen Plan dass er mal ohne Windel leben kann. Handwerklich ist er auch nicht besonders spitze. Aber die Sprache, die Sprache. So was ist ganz, gaaaanz wichtig (finden jedenfalls wir, seine Eltern, die beide ihr Geld mit Texten verdienen).
Und sein Cousin ist auch hochbegabt - das haben sogar die Erzieherinnen im KiGa schon gesagt. Und sein Bruder "sprengt körperlich jede Skala" (hoffentlich das einzige was bei ihm kaputt geht).
Die Hochbegabtheit scheint irgendwie ziemlich häufig in unserer Gegend. Die Eltern der anderen Krippenkinder berichten Beeindruckendes von ihrem Nachwuchs, auch unsere Freunde, sofern sie schon Kinder haben, können die überdurchschnittlichen Talente ihrer Kinder eindrucksvoll belegen.
Da muss irgendwo eine…

Das Bose-Einstein Kindensat

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Am Wochenende hatte ich Gelegenheit, ein seltenes entwicklungsphysikalisches Phänomen zu beobachten: das Bose-Einstein Kindensat.
Satyendranath Bose und Albert Einstein hatten 1924 eine Theorier zur Quantenphsik aufgestellt, die sich problemlos auf Kindermengen mit über drei Teilnehmern übertragen lässt. Von einem Bose-Einstein-Kondensat spricht man, wenn bei sehr kalten Temperaturen einzelne Gasatome auf einmal miteinander zu verschmelzen scheinen und eine undefinierte Menge ergeben, die wir ein übergroßes ganzes Teilchen wirkt. Wie in der Quantenphsik so übrlich kann sich ein Beobachter nicht sicher sein, wo ein einzelnes Teilchen genau ist, oder aber wenn er es weiß, dann kann er nicht wissen, wie schnell er gerade ist.
Hallo, Ihr Eltern. Kommt euch das nicht bekannt vor?
Etwas sehr ähnliches passiert nämlich im Bose-Einstein Kindensat (mit "i"). Wenn man eine Gruppe von Kindern eines betimmten Alters - sagen wir zwischen Krabbeln und Einschulung - zusammen bringt und die El…

Vatertag in einer Welt für Mütter

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Gestern war also Vatertag. Ich habe meinen Spaß gehabt - und mein kleiner Brainbug auch, zusammen mit mir. Mama war arbeiten und am Abend zu ihrem Stammtisch. Insofern hat unsere kleine Familie das genaue Gegenprogramm zum typischen Vatertag absoviert.
Ich habe nicht das Gefühl, dass mir dadurch was verloren gegangen ist.
Schon die historischen Wurzeln der organisierten männlichen Besäufnistour sind wenig überzeugend. Initiationsrituale, Landpachtpflichten oder Prozessionen sind heute völlig weltfremd. Wenn man will, kann man den Feiertag (gibt es eigentlich eine Studie darüber, wieviele Leute die Bedeutung von Christi Himmelfahrt korrekt wiedergeben können?) als Bauern-Sponsoring betrachten (auch wenn Bild das noch nicht erkannt hat). Die Mietgebühren für die zehntausend Traktoren, die an diesem Tag mit Herrengesellschaften durch die Landschaft tuckern, müssen doch die järhliche Summe der EU-Subventionen um ein vielfaches überschreiten. Nicht "Ferien auf dem Bauernhof" ist di…

Schlaf - die unbezahltbarste Sache der Welt

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Nur wenige Menschen können den Wert des Schlafes so deutlich erkennen wie junge Eltern. Ehrlich - fragt mal eure Mutter, was ihr in den Monaten nach eurer Geburt durch den Kopf gegangen ist. Wenn sie ehrlich ist, dann wird die Antwort wahrscheinlich lauten "Schlafen. Vielleicht auch träumen." Und tatsächlich - in diesen aufregenden ersten Wochen nach der Heimkehr von Mutter und Tochter (oder Sohn) aus der Entbindungsklinik bestimmt kein Thema das Leben der Eltern so wie der Schlaf. Schläft das Baby durch? Wie teilen sich die Eltern die nächtlichen Fütter- und Wickelpflichten? Wer muss wann aufstehen, um in die Arbeit zu gehen?

Das ist natürlich für jeden anders: Ein paar von meinen Freunden hatten es viel schwerer als ich (mein Brainbug hatte den Dreh nach 6 Wochen raus), und das einzige was ich ihnen an Trost zukommen lassen konnte war, dass es jeden Tag ein kleines bisschen besser wird. Eine andere Freundin, die Zeit ihres Lebens mit Schlafstörungen zu kämpfen hatte und ihr…

Das schönste Kind der Welt

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Bevor ich Vater wurde, war mir schon klar, dass jeder das eigene Kind für das schönste der Welt hält. Vor allem Mütter. Dass sie nicht alle Recht haben können liegt auf der Hand, und darum schien es logisch anzunehmen, dass man ab dem Tag, an dem man Eltern wird, eine Störung der ästhetischen Empfindung hat. Man ist blind dafür, dass der eigene Schrat ein ziemlich verwachsener, unfertiger Mensch mit Popeln im Gesicht ist. Das hat sicher evolutionäre Gründe (wer sein Kind schön findet und es liebt passt besser darauf auf, und verschafft damit seinen eigenen Genen einen Vorteil). Es führt dazu, dass man sich von jungen Eltern auch noch das x-te Foto von Hannah oder Leon ansehen darf, als verpixeltes Handyfoto oder abgegriffene Einlage in der Geldbörse.

Mir ging es dann aber auch nicht anders. Ich habe allen ernstes überlegt, ob mein Sohn für eine Modellkarriere geeignet wäre (Kindermodels werden für den Quelle-Katalog immer gesucht). Als wir dann zum dritten Mal von Fremden und Spielkame…

Nachwuchs ist ansteckend

Hallo zu diesem Blog. Hat es dich also auch erwischt?
Das ist keine Schande. Nachwuchs ist ansteckender als die Wintergrippe, wie Du sicher gerade merkst. Wenn erst einmal einer aus der Clique damit angefangen hat, Kinder in die Welt zu setzen, dann folgen die anderen Kumpels (oder Mädels) in kurzem Abstand. Wie ein Flächenbombardement der Storche.

Und nicht nur in deiner Altersgruppe und sozialen Schicht passiert das. Auf einmal haben alle Nachbarn auch Kinder, und Du könntest schwören, dass (wenn dich deine übermüdeten, juckenden Augen nicht täuschen) seit kurzem mehr Kinderwägen die Gehsteige blockieren, mehr Dreikäsehochs an der Supermarktkasse mit den Verkäuferinnen flirten, überhaupt das ganze Stadtbild ist nun voller Babys.

Das war doch vorher nicht so! Ist das eine versteckte Invasion? Oder schlägt die Elternzeitreglung auf einmal doch durch?

Ich kann dich beruhigen. Zwei Sachen sorgen dafür, dass es dir scheint als wäre die Welt voller Rotznasen. Erstens: seitdem Du Vater oder Mu…