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Es werden Posts vom September, 2009 angezeigt.

Das Schwert ist schlauer als der Legostein

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Wie ich schon mal erzählt habe, ziehe ich mir manchmal selbstgenähte Sachen an, greife mir ein Schaumstoffschwert und renne ein Wochenende durch den Wald, um Prinzesinnen zu befreien und Drachen zu erschlagen. Das nennt man Rollenspiel oder LARP.

Dieses alberne, eskapistische Hobby hat nun in den USA einen pädagogischen Ritterschlag erhalten. Rollenspiele, so die aktuelle Forschungsmeinung, sind ein besseres Training für Vorschulkinder, als etwa Schreib- oder Leseübungen. Mathe und Lego verlieren gegen Vater-Mutter-Kind.

Der Hintergrund dieser Theorie, die auch schon an ausgewählten Kindertagesstätten in die Praxis umgesetzt wird, ist die Einsicht (basierend auf den Lehren Lew Wygotskis), dass es für die kindliche Entwicklung etwas viel Wichtigeres gibt als Wissen, Intelligenz und soziale Kompetenz (im Sinne vom Befolgen von Regeln und Normen): die Selbstkontrolle.

Das sollte jedem Leser dieses Textes auch völlig klar sein. Hätten Sie nicht was anderes zu tun? Hatten Sie sich nicht vorge…

Schlägereien wenn Papa nicht guckt

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Heute Morgen ist mein Zweijähriger mit einem Veilchen aufgewacht, als hätte ihm das Sandmännchen eins übergezogen.Nun ist es ja nichts ungewöhnliches, dass mein Sohn sich gegen das Einschlafen wehrt - aber dass das in Handgreiflichkeiten ausartet, war mir nicht klar. Jetzt wissen wir, warum die Märchenfigur ihren Sand in einem handlichen Beutel mit sich führt, statt, sagen wir, in einem Streuer: ersterer eignet sich besser zum Zuschlagen bei renitenten Klienten wie meinem Sohn.

Ob der Sandmann weiß, dass Prügel für Kinder als schädlich gelten? Ich freue mich ja, wenn ich abends meine Ruhe habe, aber wenn der Preis dafür ist, dass irgend so eine Sagengestalt die Entwicklung meines Kindes beeinträchtigt, dann geht da zu weit. Ich glaube ich muss einschreiten.

Wahrscheinlich werde ich handgreiflich, und vielleicht fließt Blut. Der wahre Übeltäter für die Blessur meines Kindes war nämlich eine Mücke, die ihn auf das Augenlid gestochen hat. Halali!

Liebe ich mein Kind zu sehr?

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Noch Fragen? Ich bin fest überzeugt, es geht nicht nur Mamas so wie auf dem Cartoon ("Baby Blues" ist meiner Meinung nach unschlagbar). Aber Väter, die erst seit ein paar Jahren so richtig in die Rolle hineinwachsen, haben einen Rückstand, wenn es um das Thema geht. Frauen haben "Wenn Frauen zu sehr lieben" und hundert andere Bücher zu dem Thema. Männer haben... Hmm. "Ein Mann ein Buch" ist nicht zufällig leer von Themen wie "Kinder" oder "Liebe".

Selber denken ist eh besser. Also wo ist die Grenze, an der das "Zuviel" der Liebe zu den eigenen Kindern beginnt? Gibt es überhaupt eine? Im Wesentlichen fallen mir zwei Gründe ein, warum doch: einerseits kann man seinen Sproß als emotionale Krücke missbrauchen, um sich selber zu stützen, uns eine Zeitlang geht das wohl auch gut. Aber man tut dem Kind damit Unrecht. Spürt es, wie sehr der Erwachsene auf es angewiesen ist? Fühlt es sich verpflichtet, dafür herzuhalten, und seine eige…

Warum die Hoffnung der Zeitungen noch auf sich warten lässt. (Tipp: es geht um T**ten)

Heute schweife ich thematisch ab. Der einzige Zusammenhang dieses Textes mit meinem Zweijährigen liegt in der Frage "Wie wird er mal seine Zeitung lesen"?. Heut schaut er mit großer Neugier der Mama über die Schulter (OK, naja, nein. Er sitzt auf ihrem Schoß) und lässt sich erklären wer wer ist. "Die Angela" und "Der Obama" und so. Ab und zu ist er auch mal selbst drin, was eine der Nebenwirkungen ist, wenn man Eltern hat die schreiben.

Doch Ach und Weh, die Zeitungen sterben. Alle wissen es, siehe hier und hier oder hier. Die Verantwortlichen machen gerade mehrere der "5 Phasen des Sterbens" gleichzeitig durch. Verleugnung, Verhandeln, Zornen... Keiner kennt ein ideales Gegenmittel, Journalisten werden Abteilungsweise gefeuert, der Umfang der gedruckten Blätter sinkt schneller als die Auflage, die "Generation Praktikum" ist inzwischen in der absoluten Mehrheit (selber schuld) in den Medien.

Alles aus also für die Zeitung? Ich denke nich…

Testosteron Teil 2: Geld, Risiko und Schmerzen

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Liegt es an der Wirtschaftskrise? An den aktuellen Wahlergebnissen? Am Bundesliga-Start? Jedenfalls ist das Thema Testosteron zur Zeit häufig in den Medien zu finden.
Die Süddeutsche Zeitung berichtet heute, zweifellos noch in Gedenken an den Bankencrash, von einer Studie, welche darauf hinweist, dass Männer zwar risikofreudigere Anleger in Börsengeschäften sind, dass dies aber wahrscheinlich nicht primär daran liegt, dass sie im Stehen pinkeln, sondern vermutlich eher am großen T: Frauen, in deren Speichel das Hormon ebenfalls in höherer Konzentration nachgewiesen werden konnte, neigten zu ähnlich riskanten Strategien - im Gegensatz zu ihren weniger hormonell vorbelasteten Geschlechtsgenossinnen.
Ein Caveat hierzu: bei den Probanden handelte es sich sämtlich um Management-Studenten, was vermutlich ein sehr eigener Menschenschlag ist. Vielleicht sind die weiblichen Studenten ebenso unterschiedlich von der Gesamtpopulation wie es die berüchtigten Ostblock-Kugelstoßerinnen waren. Testoste…