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Es werden Posts vom Oktober, 2009 angezeigt.

Munition im Kampf um die Brust

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Mein Sohn genießt sein Milch-und-Wasser-Fläschchen, abends und morgens. Ich fürchte mich schon heute vor dem Drama, wenn wir ihm das mal abgewöhnen wollen. Aber mit zwei Jahren wird es langsam Zeit, vor allem wenn man sich neue Forschungsergebnisse aus Chile vor Augen führt.

Ein Team unter Clarita Barbosa von der Corporacion de Rehabilitacion Club De Leones Cruz Del Sur hat herausgefunden, dass Fläschchen, oder vielmehr das damit verbundene Saugen, Sprachstörungen fördert. Barbosa (und mal ehrlich, denkt da jemand von euch nicht an einen Piraten? Die "Leones Cruz Del Sur" klingt doch als wäre es ein kanonenbestückter Dreimaster vor Port Royal.) spricht aus, was wieder einmal ein Argument ist für das natürliche Stillen und gegen Mütter, die stattdessen Fläschchen geben. Nicht nur ein Argument, denn in der idelogisch gefärbten Debatte um das Stillen gibt es mittlerweile nur noch Munition, nicht Argumentation (siehe auch das SZ-Magazin zu diesem Thema).

"Diese Ergbenisse leg…

Dumme Werbung kommt vom Saufen

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"Die perfideste Art einer Sache zu schaden ist, sie absichtlich mit fehlerhaften Gründen verteidigen." - Nietzsche
...oder mit gut gemeinten aber dummen Werbekampagnen zu unterstützen. Alkohol für Kinder und Jugendliche ist eine schwierige Sache, die niemand leichtfertig abtun sollte. Einerseits ist es erschreckend, wenn sich ein Teen den ersten (oder zweiten oder dritten) Vollrausch holt, und dann komatös in der Ecke liegt. Andererseits ist es auch völlig normal, und es würden nur wenige Erwachsene ehrlich behaupten können, sich selber als Jugendlicher so die Kante geben zu haben - einmal, zweimal oder dreimal. Das gehört zum Erwachsenwerden dazu, genau so wie der erste Pickel.
In dieses Dilemma - bis wann schützt man das Kind vor dem Alkohol, wann erlaubt man die Auseinandersetzung damit - schlagen Anzeigen von besorgten Vereinen, Verbänden oder Ministerien ein wie einde Runde B52. "Bist Du stärker als der Alkohol" ist ja geradezu eine Aufforderung, es mal auszupro…

Sesamstraße am Arsch und mit einem Bein im Knast. Kinder heute.

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Kleine Kinder haben es nicht leicht. Zwei aktuelle Texte belegen das einmal mehr.

Im ersten wird eine Studie wiedergegeben, die nahelegt, dass täglicher Süßeigkeitenkonsum bei Kindern die Chancen erhöht, dass diese später wegen gewalttätigem Verhalten auffällig werden oder gar im Knast landen. Über den Grund kann nur spekuliert werden.
Einige Fragen wirft das allerdings auf. Erstens: wer erforscht so was? Woher kriegt er seine Fördermittel (sicher mal nicht von Suchard, darf man annehmen). Wie muss man sich einen Forscher vorstellen, der seit 1970 der schädlichen Wirkung von Süßeigkeiten auf der Spur ist?
Ahhh, ja. Süßigkeiten, Dünger für "Die Blumen des Bösen".
Die andere wichtige Frage ist, ob wir als süßigkeitenverabreichende Eltern uns strafbar machen, wegen Anstiftung zur Straftat etwa. Muss ich mit einer Klage rechnen, wenn die Nachbarskinder wieder durch unseren Garten toben und ich der Rasselbande Gummibärchen anbiete?
Ich will nicht darüber nachdenken.
Zum Glück bietet ei…