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Rezension: Ralph Reicht's (Wreck-It Ralph)

Wer jetzt so um die Vierzig ist (also viele Eltern), der gehört zu der ersten Generation, die mit Videospielen groß geworden ist. Für Leute wie uns ist Raplh Reicht's (Originaltitel: Wreck-It Ralph) gemacht. Naja, und für unsere Kinder auch. Schließlich brauchen wir ja eine Ausrede für so einen Film ins Kino gehen zu dürfen.
Eigentlich hatten wir für den Tag einen anderen Film geplant, aber daraus wurde nichts, und so standen wir vor der Kinokasse, einen quengeligen Fünfjährigen an der Backe, und versuchten einen Ersatzfilm auszuwählen. Wreck-It Ralph hatten wir im Vorfeld eigentlich ausgeschlossen, weil viele Kritiken bei Rottentomatoes ziemlich mau waren. Aber, da an diesem Sonntagnachmittag im Kino, war er die beste Wahl - die nächste Vorstellung fing zehn Minuten später an. Also haben wir uns dafür entschieden.
Gute Wahl.

Wie Lego den Advent verwechselte

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Mein Kind kann bis hundert zählen. Lego nicht mal bis 24.

Deutschland, morgens um sieben. Papa rotiert, und der Rest der Familie kreist in gemütlichen Runden auf ihrem Weg durch Bad und Küche um ihn herum, um endlich (zehn Minten spät zumeist) den Weg zur Tür hinaus in Richtung KiGa und Babyschwimmen zu finden. Die Adventszeit macht das nicht einfacher. Trotz ernsthafter und fast unhöflicher Bemühungen haben Verwandte und Bekannte meinem Sohn nicht weniger als fünf Adventskalender geschenkt. Das letzte, was ich jetzt brauche, sind Probleme mit dem schönsten davon: dem Lego City Adventure.

Nackt schlafen, in einem Bett mit den Kindern

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Deutschland, nachts um elf. Ich hebe mir fast einen Bruch, als ich meinen fünfjährigen Sohn aus meinem Bett in seines befördere. Dann lege ich mich schlafen.

Deutschland, nachts um fünf. Er kommt zurück. Ich lasse ihn gewähren, teile meine Decke mit ihm, und schlafe bis zum Weckerklingeln. So einigermaßen tief. Er auch.

Deutschland, morgens kurz vor sieben. Ich stehe auf und ziehe mir was an. Nackt schlafen ist ja OK, aber nackt Frühstück machen birgt Gefahren, über die ich nicht nachdenken will. Außerdem will die Katze raus (oder rein, oder beides), das Baby muss gewickelt werden, die KiGa-Tasche gepackt. Kurz: es ist Tag. Da hat man was an.

Ich war überrascht, dass es einen regelrechten Glaubenskrieg über diese beiden Schlafgewohnheiten gibt: Co-Sleeping (also die Kinder nachts ins Bett zu lassen) und nackt schlafen. Und noch dazu beides in Kombination! Schockierend.

Mit Kindern im Elsass: ein unterschätztes, geiles Urlaubsziel

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Urlaub im Elsass? Klingt ziemlich bieder. Colmar ist hauptsächlich ein Rentnerziel, die Weinstraße ist was für Kaffeefahrten, es gibt keinen Strand und mit Strassbourg sogar ein Zentrum der EU-Bürokratie. Wer soll da schon hin wollen?
Nun, wir. Mama, Papa, zwei Kinder. Mit gutem Grund, denn erstens ist die Gegend wirklich nahe gelegen und lässt sich von vielen Teilen Deutschlands in wenigen Stunden mit dem Auto erreichen, zweitens ist die nicht so teuer wie andere Urlaubsziele, drittens hat sie ihren Mangel an Badegelegenheiten durch fantastische Museen wettgemacht, und viertens bietet sie zahlreiche Gelegenheiten zum klassischen "Urlaub auf dem Bauernhof" - gerade für Familien mit jungen Kindern eine wichtige Entscheidungshilfe. Ich zeige ein paar der besten Ausflugsziele, die wir entdeckt haben. Die besten Weine der Region müsst ihr euch wonders ergoogeln.

Kämpfen- muss das sein? Oder: Ein Schlag ist auch eine Berührung

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Heute, beim Besuch eines beliebten Wildtierparks, haute ein mir unbekanntes dreijähriges Kind mich auf den Schenkel. Auf meinen freundlich tadelnden Kommentar, dass das nicht nett sei, grinste es und meinte "Nein." Seine Eltern haben den Autausch wohl verpasst, sonst hätten sie vielleicht eingegriffen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das langhaarige, undefiniert gekleidete Kind ein Junge war. Was denn auch sonst?

Ich habe bekanntermaßen selber einen Sohn. Mein Bruder mehrere (beim letzten Mal zählte ich zwischen zwei und vier. Schwer zu sagen in dem Gewusel.) Alle sind sie beigeisterte Prügler (oder waren es zumindest bis sie in die Pubertät kamen). Ihre Freunde auch, und ein paar weniger Freundinnen ebenso. Sollte ich das nicht so locker sehen? Und wie steht es um die Bewaffnung? Ein triviales Thema, oder vielmehr ein Grund zur Sorge?

Das medienkompetente Kind

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Wir sind frisch zurück aus dem Urlaub - eine Woche Bauernhof, ohne Medien. Gefolgt von sechs Stunden Fahrt mit zwei Kindern. Ganz ehrlich: ohne digitale Medien hätten wir das nicht ohne Nervenzusammenbruch geschafft. Sind Medien also immer böse und schädlich, oder doch nicht so ganz? Ich möchte meinen: diese Frage ist veraltet. Sie muss heute ganz anders gestellt werden.

Vergiss die Mütze nicht!!- Sonnencreme, Mütze, Schuhe - ist das immer nötig?

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In New York hat dieser Tage die UN-Vollversammlung getagt. Das Treffen der oftmals zerstrittenen, immer aber von eigenen Interessen geleiteten Staatsmänner steht im Ruf, ein Spielfeld der diplomatischen Intrige zu sein. Mit Verlaub: ich sage die Herren und Damen von der UN sollen mal bei uns zur Lehre gehen. Wie im Haus Paparockt gefeilscht und manipuliert wird spottet jeder Beschreibung. Der Motor dieser Umtriebe ist ein Unterschied im Grad der Bemutterung.
Die Frage also: Wie viele gut gemeinte Vorschriften machen wir den Kindern, und wann lassen wir Fünfe gerade sein, lassen die Kleenen sich austoben, hedonistisch Faulenzen oder einfach mal im Sommer ohne große Vorbereitung aus der Tür rennen, um im Garten so wild zu toben wie es ihnen einfällt. Mama hat ihre Ansichten, ich habe meine. Und unser Kleener weiß haargenau, wie er uns gegeneinander ausspielt. Dabei ist das nicht nötig. Mama muss nur mal locker werden.

Ich lege mich mir einer Bloggerin an: Mama Mia

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Männer und Frauen haben unterschiedliche Meinungen. Das ändert sich auch nicht, wenn sie Kinder kriegen. Im Gegenteil: in den Grundfragen sicher einig, liegt der Teufel im Detail. Viele von uns erinnern sich daran: wenn Mama was nicht erlaubt, dann fragen wir eben Papa. Und umgekehrt.

Zusammen mit Mia Sommer möchten wir diesen Aspekt des Elternseins näher beleuchten. Dazu starten wir eine Blog-Podiumsdiskussion, das "kontrabloggen". In regelmäßigen Abständen behandeln wir auf unseren jeweiligen Blogs das gleiche Theme, sie aus der Mama- ich aus der Papa-Perspektive. Manchmal werden wir uns einig sein. Manchmal nicht. Natürlich kommentieren wir einander. Am besten wird es, wenn unsere Freunde, Leser und Follower sich mit einklinken.
Wir haben 4 Themen geplant, die in den meisten Familien von Interesse sind, und bei denen wir uns ausrechnen, dass sie von unserer jeweilgen Warte unterschiedlich gesehen werden.

Start ist am 1. Oktober. Wir sitzen also schon jetzt in Vorbereitun…

Pädophilie und die Nachteile von Tabus

Ein Tabu ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits kodifiziert es Handlungsanweisungen und soziale Normen, andererseits stellt es ein Sprech- und Denkverbot dar. Man mag geteilter Meinung sein, ob alles sprech- und denkbar sein muss; ich bin der Meinung das jede Behinderung des Denkens eine Gesellschaft eines Teils ihrer Stärke beraubt. So auch der Nimbus, der die Krankheit der Pädophilie umgibt.

Männer sind X Frauen sind Y wegen der Evolution? Quatsch.

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Ab und zu bin ich richtig fies, wenn es um die Presse und ihre Berichterstattung geht. Mag am Beruf liegen. Man wird zynisch. Nun bin ich selber nicht ganz unschuldig: auch ich pointiere gerne mal wissenschaftliche Ergebnisse, um einen Schmunzeleffekt zu bekommen. Aber ich bin ja auch kein Journalist (naja, jedenfalls schreibe ich nicht für eine große Zeitung oder so).

Stories über den Geschlechterkampf kommen immer gut an, deswegen werden sie geschrieben. Dabei wird gerne "Die Evolution" als Grund für alles herangezogen, und zwar mit Vorliebe die der Steinzeit. Männern sind eher untreu, weil es ein evolutionärer Vorteil ist. Frauen sind eher an treuen Männern interessiert, weil die dann auch für den Nachwuchs da sind: ein evolutionärer Vorteil. Diäten wirken nicht, weil unsere Körper aufs Fettwerden getrimmt sind. Der Grund? Genau. Die Evolution.

Stur sein ist besser als schlau sein

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Für meinen Brainbug steht jetzt die Vorschule an. Wieder eine Stufe auf dem Weg zum Ernst des Lebens (der also, wie man sieht, im ersten Stock wohnt.) Ich bin mir sicher, dass es ihm leicht fallen wird - wie so ziemlich jedes andere Kind ist der das schlauste Kind der Welt. Etwas bedröppelt habe ich deswegen heute einen Artikel gelesen, der eine andere Charaktereigenschaft als wichtiger für den Erfolg identifiziert, und der zudem eine denkwürdige Aussage über Intelligenztests macht: sie messen offenbar mehr die Motivation denn die Intelligenz. Oh-oh, mir schwant Übles, wenn ich an die täglichen, ach was, stündlichen Dramen denke, unseren Erstgeborenen dazu zu bringen irgendetwas zu machen, wozu er grad keine Lust hat. Das sieht böse aus...

Spielen ist besser als lernen

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Wie bereite ich mein Kind auf die Schule, Uni, Karriere am besten vor? Worauf muss ich Wert legen? Fleiß? Musisches Talent? Mehrsprachigkeit?
Alles nicht verkehrt, sicher. Ein paar aktuelle Studien zeigen aber auf, dass eine bestimmte Art von Spielen noch besser für den zukünftigen Erfolg ist als, sagen wir, Lesen und Schreiben schon vor der Schule beizubringen. Der Trick dabei: die Kontrolle der kognitiven Funktionen (die übrigens auch noch ganz generell den IQ fördert und später mal vor den Effekten von Alzheimer schützt.) Bonuspunkt: man braucht gar nix dafür, kein Spielmaterial.

Rezension: Merida

Schon im Zuge meiner nicht gerade frenetischen Rezension von "Ice Age 4" habt ihr mich mich mit der Aussicht auf "Merida - Legende der Highlands" getröstet. Mit gutem Grund; der Trailer sah vielversprechend aus, und Pixar hat bis jetzt noch keinen Film abgeliefert, der nicht fantastisch gewesen wäre. Bis jetzt.



Zur Erklärung, warum ich Merida nicht in die gleiche Liga wie etwa "The Incredibles" einordne, möchte ich kurz die Handlung skizzieren (und dabei so wenig "spoilern" wie möglich). Merida ist Prinzessin und hat keine Lust auf ihre Pflichten, ergo das Heiraten eines politisch geeigneten Prinzen. Sie gerät in Streit mit ihrer Mutter, verflucht sie und setzt, reuevoll, alles daran, den Fluch wieder zu brechen. Dazu muss sie ihre eigenen Schwächen und ihren Dickkopf überwinden und das Vorbild ihrer Mutter annehmen, um schließlich als gereifter Mensch dazustehen. In anderen Worten: Gähn. Quasi nebenbei löst sie noch das Rätsel um einen dämonisc…

Ungerechte Bürokratie killt Elterngeld: wie weltfremd kann eine Behörde sein

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Das ist ein Rant, und eine Bitte um Rat. Die Elterngeldstelle gibt sich so bockig und weltfremd, wie es nur eine Behörde sein kann. Was kann ich tun, um gerecht behandelt zu werden?

Eine kurze Beschreibung des Umstände: ich nehme Elternzeit, zwei getrennt Monate (nur und leider - aber das ist ein anderes Thema). Man möchte meinen, dass ich dafür auch zwei Monate Elterngeld bekäme - 65% vom Durchschnittsnetto der 12 Monate davor. Man würde sich irren.

Grund ist, dass die Behörde nicht nach Kalendermonaten rechnet, sondern nach Lebensmonaten. Soll sie ruhig. Aber dann bitte nicht zu einem anderen Ergebnis kommen. Ein Monat Elternzeit ist ein Monat Elternzeit, egal an welchem Datum er anfängt.

Mein Kind ist am 25. geboren. Meine beiden (getrennten - Juni und April) Monate beginnen jeweils am 1. Die Stelle möchte die größeren "angeschnittenen" Lebensmonate (also vom 1.-25 des Kalendermonats) behandeln wie als ob ich dort Teilzeit arbeitete. Das ist soweit OK. Nur will sie die and…

Lasst Mama keine Schwerter kaufen

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Jungs wollen Schwert. Ist so, führt offenbar kein Weg dran vorbei - und wenns ein Stock sein muss. Aber: ein Stock im Wohnzimmer ist unpraktisch, außerdem bricht er leicht, hat spitze Kanten, und ist sowieso nicht TÜV-, GE- oder CE-geprüft. (ein Pluspunk: dafür ist er Bio).

Wenn sie fast erwachsen sind, nehmen Jungs dann eben Larp-Waffen. Die sind relativ narrensicher, müssen es auch sein, und drum auch nicht ganz billig in der Herstellung. Mann kan sie ganz gut selber machen, was etwas handwerkliches Geschick erfordert (ein Pluspunk: man lernt ordentlich mit Pattex umgehen. Nicht ganz trivial).

Weil ich um den Wert von Narren-Sicherheit weiß (und Vater eines stolzen Narren bin) habe ich meinem Brainy deswegen zwei Larp-Schaumstoffwaffen gebaut. Kernstablos, komplett mit Ledergriff und Latex-Überzug. Die beiden Schwerter können ein bisschen zwiebeln, wenn man voll draufhält, aber das wars auch schon an Verletzungspotential.


Aber einem Erstgeborenen (und einzigen Kind auf Mamas Seite d…

Rezension: Ice Age 4 - Voll verschoben

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"Na gut, Teil 4. Warum nicht - die ersten drei waren gar nicht so übel." Das waren meine Gedanken, als wir vor einem halben Jahr im Kino saßen und den ersten Trailer zu Ice Age 4 sahen. Die Reaktion meines Racken machte mir deutlich, dass ich nicht umhin kommen würde, mir auch das neuste Werk aus dem Haus Blue Sky Studios anzusehen (und ich bete, dass ich um Madadascar 3 'rumkomme. Oder ist es 4? Who cares!)

A propos "Who cares" - das ist auch so ungefähr die Reaktion auf die Handlung von "IE4". Mammut Manny hat eine Teenager-Tochter, sie streiten sich, sie werden durch höhere Gewalt getrennt, sie müssen jeder für sich Abenteuer erleben und finden schließlich wieder zusammen. Hätte man sich das nicht sparen können?

Es nämlich so, dass der Film durchaus seine Momente hat. Aber es ist nicht der Bösewicht (ein Piraten-Menschenaffe) oder die Faultier-Oma (die immerhin nicht eine völlig witzlose Ergänzung des Trios aus Mammut, Fauktier und Säbelzahntiger i…

Der letzte Tag von Papas Elternzeit

Es ist abends um 10, meine Babytochter liegt neben mit und schläft. Ab und zu zuckt sie mit den Fingern. Meine Lider sind schwer, mein T-Shirt riecht nach saurer Milch, im Keller rumpelt die Waschmaschine mit einer Ladun rosa Babykleider. Mama ist mit ihren Freundinnen unterwegs.
Morgen, Montag, ruft das Büro, nach kurzen 30 Tagen der ersten Hälfte meiner Elternzeit. Es kommt mir einerseits vor, als wäre ich nie weg gewesen aus der Arbeit, andererseits habe ich Erinnerungen an gefühlte 3 Jahre voller eindrucksvoller Erlebnisse seit der Geburt meiner Tochter.

"Food Pouch": Astronautenessen für Kinder

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Sind die Dinger in Deutschland schon mal wem untergekommen? Obst-, Gemüse und dergl.-Brei in Kunststoffverpackung ("Food Pouch"). Zum Aussaugen unterwegs. In den USA scheint das der neuste Trend zu sein, um gestressten Eltern ein Mittel an die Hand zu geben, ihren Kindern auch während eines hektischen Tagesprogramms (im Auto auf dem Weg von Fußball zur Chorprobe) was gesundes zu essen zu geben.
Source: buzzworthyfreebies.blogspot.com via Buzz on Pinterest
Abgesehen davon, dass mich die Verpackung an Astronautennahrung oder Katzenfutter erinnert (Kids in Space) - der Gedanke ist an und für sich nicht so dumm.

Kind Nummer 2: wird es schlimmer oder besser?

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Viele Leute haben mir vor der Geburt meiner Nummer 2 orakelt, dass es mit ihr ganz anders wird als mit dem Ersten. "Wir waren mit unserem Ersten bei 80 Prozent Leistung. Mit Nummer 2 waren es 120 Prozent". Oder: "Wirst sehen, die wird ganz anders. Eure Erfahrung bringt euch da nicht viel.". Aber auch: "Naja, jetzt wisst ihr ja schon, wie es geht."

Nach den ersten 20 Tagen traue ich mich jetzt ein vorläufiges Fazit abzugeben. Kind Nummer 2 - schlimmer, besser oder einfach nur anders als Nummer 1?

Unser Jugendbuch: Der Tag, als der Regen nicht mehr aufhörte

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Nachdem ich viel schreibe, unter anderem Namen Einiges veröffentlicht habe und auch beruflich viel schreibe, und weil ich mein Elternsein als wichtigsten Teil meines Lebens ansehe, liegt es nahe, als Rocktpapa für Kinder zu schreiben. "Der Tag, als der Regen nicht mehr aufhörte" ist mein Debüt als Kinder- und Jugendbuchautor, und ich möchte euch das Buch hier vorstellen.

"Der Tag, als der Regen nicht mehr aufhörte" hat zwei Kernthemen: zum einen Fremde, Grenzen und Ausgrenzung, zum anderen die besondere Situation von Menschen, die zwei verschiedene kulturelle Hintergründe haben. Welche Stärken und Schwächen bringt das mit sich?

Klingt arg theoretisch, gell? Eigentlich geht es auch gar nicht darum, sondern um die Geschichte von Korbinian, einem kleinen Jungen in einer überfluteten Stadt (was in unseren Breitengraden selten ist, aber vor allem in Ländern der Dritten Welt durchaus und tragisch passiert.) Getrennt von seiner Mutter und von der vagen Hoffung angetriebe…

"No, I am your father" - Alternativen zum Vatertag

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Star Wars ist eine herrlicher Filmfolge, die sich bei meinem Sohn und in seinem Kindergarten größter Beliebtheit erfreut. Deswegen habe ich ich auch nicht allzusehr gewundert, dass mir mein Schatz gestern mit einem Rasiermesser in der Hand und dem "Imperial March" auf den Lippen an den Hals ging. Links und rechts von mir ging das 21 anderen Vätern ja genau so. Es war Vatertag im Kindergarten, und ich war einer der glücklichen, die sich frei nehmen konnten um hin zu gehen. Jeder Dritte Papa fand das wichtig genug. Eine Woche vorher hatten fast 100 Prozent der Mamas ihr Muttertagsevent im KiGa besucht. Dieses Missverhältnis war Grund für meine Frau, sich furchtbar aufzuregen. Ich weiß nicht, was sie hat: Darth Vader hat auch erst nach 19 Jahren Zeit gefunden, mal Zeit mit seinem Sohn Luke zu verbringen.

Quanten-Baby

Ich komme mir aktuell etwas SciFi vor. So wie in den Star Trek Folgen, wo einer der Helden zwischen zwei Paralleluniversen herumirrt, und immer wieder mit anderen, absureden Versionen der Wirklichkeit konfrontiert wird.
Kinder haben so einen Effekt. Das hatte ich bereits erkannt. Aber jetzt erlebe ich eine neue Stufe der Merkwürdigkeiten: so eine Art Schrödingers Baby (wobei ich den Begriff beängstigend finde, Schrödingers Katze nämlich schwebte in Lebensgefahr. Das wünsche ich unserer ungeborenen Tochter nicht.) So ungefähr im 2-Minuten-Takt werde ich von einer Paralleldimension in die andere geschleudert, nämlich von

a) derjenigen, wo die junge Dame sehr bald schon geboren wird, am besten noch morgen 

nach

b) wo sie wie ihr älterer Bruder übertragen wird und zehn Tage nach Termin Hilfe von Außen brauch, um in die Gänge zu kommen. 

Auslösender Faktor der Sprünge ist meine Frau. "Gell, Du nimmst dir am Donnerstag nix vor", meint sie zu ihrer Mutter "und kannst dann auf Ol…

Baby, vergiss mich nicht

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Babies sind nicht wie Elefanten. Sie sind pink (oder braun, ocker...), nicht grau. Glatt, nicht faltig, und sie haben keine Zähne, schon gar keine Stoßzähne. Sie sind auch viel leichter zu tragen.
Elefanten sagt man ein ausgeprägtes Gedächtnis nach, Babies stehen im Ruf alles zu vergessen. Doch das ist nicht wahr - ich hatte die Grundlagen schon mal zusammengefasst, und will das jetzt aktualisieren. Vor allem gibt es neue Erkenntnisse, wie wir die Erinnerungsleistung unserer Kinder fördern können.

Das Geheimnis scheint im "maternal elaborative style" zu liegen, also der Art und Weise, wie Mütter (und, man darf annehmen, Väter) mit ihren Kindern über Vergangenes sprechen. Wenn die Mutter stark elaboriert, also umschreibt, Kontext herstellt, ihre Fragen erklärt und rückfragt, dann fördert dies die Erinnerung der Kinder.

Der Grund dafür ist offenbar, dass Kinder in erster Linie keine Struktur in den erinnerten Eindrücken bilden, dass sie sozusagen die Flut von Einzelerinnerung…

Rezension: Die Piraten - Ein Haufen merkwürdiger Typen

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Aardman Animations hat einen hervorragenden Ruf wegen seiner oscargekrönten Wallace&Gromit-Serie. Mit "Die Piraten - Ein Haufen merkwürdiger Typen" versucht sich das Studio an einem teils satirischen Animationsfilm mit Piraten-Geschmack. Im Englischen ist der Film ein echter Bringer (siehe die Rottentomatoes-Wertung von 96 %). Im Deutschen? Naja, sagen wir Piraten fürchten weder Tod noch Teufel oder Klabautermann, aber die Sparchbarriere bringt sie zum Kentern.



Dabei hat "Die Piraten" immer noch viel zu bieten: die Optik ist im CGI-Zeitalter unschlagbar authentisch (was daran liegt, dass die Knetfiguren eben echt sind), Tempo und Charakterdarstellung sind fehlerfrei. Es gibt Action, Slapstick, beeindruckende Sets (der fliegende Wal oder das königliche Flagschiff sind besonders einprägsam), und eben Piraten. Jeder kleine Junge zwischen 3 und 13 dürfte begeistert sein.

Nur seine Eltern werden sich ein bisschen langweilen, jedenfalls wenn sie nicht in der englisch…

Mit den Babys schlafen gehen (und mit dem ersten Sonnenstrahl aufwachen)

Heute morgen war es schön harmonisch in unserem Bett: die Katze auf dem Schoß, den Filius an der Seite, ich selber mit viel zu wenigen Stunden Schlaf im Halbkoma. Es ist nicht leicht, bis zum Weckerklingeln in Morpheus' Reich zu bleiben, wenn ein Vierjähriger wach genug ist, vom Erlöschen der Straßenlaternen zu berichten, und alle fünf Minuten lang quer übers Bett krabbelt um die Katze zu streicheln. Nicht erholsam, aber emotional sehr befriedigend.

Die emotionale Komponente mag auch ein Grund sein, warum viele Eltern ihre Babys mit ins Bett holen. Ein zweiter Grund ist die Bequemlichkeit des Stillens ohne aufzustehen. Doch wenn das auch beides gute Argumente sind - das medizinische Urteil ist verheerend.

Memo an mich: Misch dich nicht in das Sozialleben deines Kindes ein

Es gab eine Zeit, da konnte man meinen Sohn mit jedem beliebigen Kind im ungefähr gleichen Alter zusammen in ein Zimmer stecken, und sie spielten miteinander. Eingermaßen jedenfalls, denn auch "zusammen" spielen kann ein bisschen eigenbrötlerisch sein. Doch das ist vorbei. Seit dem Kindergarten hat mein Brainbug einen Freundeskreis (eine klassische Vierertruppe mit Anführer, Mitläufer, Schlaukopf und Macher). Alles war gut, außer für die Kinder, die nicht in der Clique waren aber gerne wären.
Doch über Nacht scheint sich das geändert zu haben: die vermeintlich festeste Freundschaft hat sich unerwartet aufgelöst, und mein Sohn ist "out". Das hat ihm einiges Herzeleid verursacht. Und ich musste mich auf die Hände setzen, um nicht etwa einzugreifen.

Wie motiviere ich mein Kind mit Service Level Agreements (SLA)

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Na gut, ich schummle ein bisschen: die Methode, die ich im Folgenden vorstelle, ist nicht ganz ein SLA, sondern eigentlich eine Feedback-Schleife. Aber es hat schon viel mit dem Schachern mit Dienstleistern zu tun, wenn ich mit meinem Sohn über sein Verhalten rede. Mit 4 Jahren ist der junge Mann schon zu einer erstaunlichen Palette von Rechtfertigungen und Ausreden fähig:
"Ich kann nicht aufstehen, sonst falle ich in Ohnmacht""Ich kann nicht Händewaschen gehen, da ist es dunkel""Du hast aber gesagt, dass..." (was absolut nicht stimmt, aber reicht um sich darauf zu versteifen) oder einfach: weglaufen und nicht mehr hören (müssen), was Papa gerade anordnet. Ich habe mir deswegen von meinem Bruder eine Smiley-Liste abgeschaut, mit der er versucht seinem Sandwichkind in den "Terrible Twos" Herr zu werden, dass seine kleine Schwester erwürgen will und seine älteren Brüder in den Wahnsinn treibt.

Rezension: Die Muppets

Deutschland versteht die Muppets nicht. Oder vielmehr: wer sie hierzulande nur aus dem Fernsehen kennt, synchronisiert und bowdlerisiert, der hat wahrscheinlich keine Ahnung, wie dreckig und anarchistisch die Puppenbande war. Es war quasi eines ihrer Gütesiegel, dass Papa und Kind sich amüsierten: der Junior über den Slapstick, und der Vater über die "Ich kann nicht glauben, dass ein Muppet so was gesagt hat"-Momente. Ein Beispiel: "I hope that something better comes along". Kaum eine familienfreundliche Botschaft. In den USA bringen sie auch heute noch die konservativen Medien gegen sich auf - und keilen unverzagt zurück (wenn das nicht alles ein PR-Gag war).

Nun hat sich Disney die Rechte an den Muppets gesichert und nach ein paar Jahren tatsächlich was damit angestellt: Die Muppets, ein Retro-Relaunch der Original-Serie. Ich habe mir ernsthaft Sorgen gemacht, dass Disney die Plüschmonster so brav und harmlos wiedererfindet, wie sie hierzulande schon immer waren.…

Ein ganzer Kerl dank Papi

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Väter wollen, dass ihre Söhne ganze Kerle werden. Da dürfte es wenige Ausnahmen geben, und es ist ja auch nichts dagegen einzuwenden. Väter sind Vorbilder, müssen es sein, und das männliche Rollenbild ist halt ein auf Schmerz-, Furcht und Stillosigkeit ausgelegtes. Diese Story vom vereisten Fockenstein aber zeigt zwei andere Seiten des typischen Männerbildes: Sturheit und Selbstüberschätzung. Leider zum Schaden eines kleinen Jungen, der sich ganz auf Papa verlassen hatte.

Wann lernt man das englische "TH"?

Einer meiner Lieblingskomiker ist Loriot. Eines seiner besten Sketche ist die "Inhaltsangabe", wo sich Evely Hartmann durch ein Dickicht aus englischen Namen kämpft, die alle mit "th" gespickt sind. Dieser typisch englische Laut ist für deutsche Sprecher notorisch schwierig zu formen. Schulenglisch-Sprecher stoßen dabei oft an ihre Grenzen - Filmbösewichte erkennt man oft genau daran. Wenn man sein Kind also fit für die Zukunft machen will und sein Fremdsprachenarsenal um fehlerfreies Englisch erweitern will, sollte man ihm das "th" irgendwie beibringen. Nur wie? Nun, die Frage sollte besser lauten: "Wann?" Denn unsere Kleinen verwenden einen schlauen Trick beim Lernen von Sprache und vor allem von Aussprache:
Sie lesen es uns von den Lippen ab. Im Alter von 6 Monaten und einem Jahr, so eine aktuelle Untersuchung, schauen Babys ihrem Gegenüber nicht in die Augen, wenn sie angesprochen, sondern auf den Mund. Ganz offenbar hilft das dabei, die For…