Montag, 25. Mai 2015

Wenn ich Mama wäre #WasAndersWäre

Schon wieder Anschiss wegen dem Toilettensitz. Schon wieder keine 5 Sekunden über das Outfit nachgedacht. Schon wieder bis zu beiden Ellenbogen in Motoröl. Schon wieder die süße, fordernde, 13 Kilo schwere Prinzessin eine halbe Stunde lang durch dei Stadt getragen. Geht's mir gut? Logisch. Und wenn ich eine Frau wäre? Wenn ich zwei X-Chromosome hätte statt zwei Eiern? Auch. Anders, vielleicht besser. Ist das ein chauvinistischer Irrglaube, dem jede Feministin hohnlachen wird? Nun, ihr wisst es auch nicht besser.
Was für Gründe führe ich dafür an? Die großen zwei vornweg:

Kinder kriegen. 

Wäre wirklich lebensverändernd, wenn ich das könnte. Ich bin gerne Papa, und stelle mir das Muttersein großartig vor (auch wenn die Mama meiner beiden Sonnenscheine mir was anderes erzählt).

Kein Einzelkämpfe mehr.

Das ist natürlich eine Charakterfrage, aber im Großen und Ganzen sind Männer Solisten des Lebens. Wir müssen uns nicht so sehr um die Meinung anderer kümmern, aber gleichzeitig müssen wir auch alleine klar kommen. Immer. Das ist nicht nur kulturell geprägt, sondern (glaube ich) fest verdrahtet. Das kann in den lichten Zeiten des Lebens toll sein. Aber es ist eine echte Katastrophe in den Schattenjahren.
Das sind zwei große Unterschiede im Leben von Männern und Frauen. Beide Punkte haben sicher zwei Seiten (Schmerzen, Hormone und Geburtsstreifen beim ersten, Zickenkrieg und sozialer Druck beim zweiten. Um nur einige wenige zu nennen). Aber ich glaube unterm Strich haben wir Männer da die Arschkarte gezogen. Das bringt uns gleich zu:

Verdächtig. 

Andere Blogger vor mir haben ähnliches angemerkt. Ich kann als Mann nicht einfach nachts auf eine Passantin zugehen, ohne sie zu erschrecken. Ich kann nicht einfach ein Kind auf der Straße ansprechen. Ein Mann steht ständig unter Verdacht, sei es als Gewalttäter, als Perverser, als Spanner oder sexueller Jäger. Ich bin mir nicht sicher, ob das viele Frauen nachvollziehen können. Vielleicht am ehesten solche aus Gruppen, denen man auch eher mit Misstrauen begegnet, sei es der Hautfarbe wegen, oder der Religion. Männer haben auch mit dem Ruf zu kämpfen, weniger liebevoll, weniger sorgfältig, weniger fleißig zu sein. Sexismus gegenüber Männern ist unterschwellig weit verbreitet. Ich sage nur ¨Männergippe¨. Zumindest in dem Punkt stehen wir den Frauen nichts nach, meine ich.

Was ist mit dem Sex?

Hier meine ich geht es keinem der beiden Geschlechter besser oder schlechter. Niemand kriegt das, was er will, oder nur zeitweise. Als Teen und junger Erwachsener war ich quasi ständig sexuell frustriert. Willkommen im Club. Es heißt das wird besser, wenn man fest liiert ist. Wenn man sich besser auskennt. Das sind alles Kategorien, die nicht vom Geschlecht abhängen. Bleibt noch die Frage mit dem Ruf, der Promiskuität, der ¨Toller Hecht¨ vs. ¨Schlampe¨-Schublade. Wenn ich davon höre, fühle ich mich oft daran erinnert, dass Männer von ihren Geschltergenossen genau so gehänselt, gemobbt werden - wenn sie eben nicht erfolgreich sind beim anderen Geschlechte, oder sich unmännlich geben, oder gar schwul.

Altern

Das kann ich noch nicht so recht beurteilen. Ich habe mir sagen lassen, dass es Männer härter trifft. Das bleibt abzuwarten.

Das Gras ist grüner auf der anderen Seite der Geschlechterrolle.

Ich habe den Verdacht, dass viele Argumente in diesem #wasanderswäre auf einem Missverständnis basieren. Geschlechterrollen sind immer unschön, auf beiden Seiten. Sie engen uns ein. Wir kämpfen damit. Oft nehmen wir die Probleme, die wir damit haben, als Zeichen, dass die andere Seite es besser hat. Vielleicht auch ich, in diesem Post.

Aber ich denke, ich hätte auch als Frau eine gute Zeit, wäre moderat erfolgreich, zufrieden, ab und zu frustriert. Vielleicht hätte ich das Glück gehabt, das Aussehen meiner Oma zu erben, und wie meine Cousine Model zu sein. Ich bin ehrlich neugierig, wie man als attraktive junge Frau behandelt wird, und welche Optionen sich bieten, von denen Männer nur träumen können. Sind die Hindernisse wirklich so viel größer? Wie viel Angst muss man vor ungeplanten Schwangerschaften haben? Wie viel vor den Männern? Ist man von Natur aus ängstlicher, ist es anerzogen, oder schmerzvoll erlernt?
Keine Ahnung. #wasanderswäre kann keiner wirklich sagen. Aber Kinder hätte ich gerne gekriegt, Frauen haben es besser.

P.S. Nominiert für dieses Blogstöclchen hat mich @ehrlichgesagt_ - Danke! Spannendes Thema. 

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